Dienstag, 12. September 2006

Zur Diskussion

Bezahlt die Forscher auch fürs Lesen
Zeitresourcen und Interdisziplinarität - Ein Plädoyer für die "planlose Wissenschaft"

Aus: Forschung & Lehre 08/2006
Von Christian Baldus

"Viele Argumente sprechen dagegen, Forschung auf Drittmittelforschung zu beschränken, Lehre auf eine Quelle der Gebühren und generell Wissenschaft auf einen zu minimierenden Kostenfaktor.

Ein Aspekt der Ökonomisierung der Universität ist die Privilegierung planbarer Forschung. Wo sich der Staat aus seiner Verantwortung für nachhaltige Forschung und Lehre zurückzieht und die Wissenschaft auf (gewollt prekäre) Drittmittelfinanzierung verweist, da müssen die Drittmittelgeber angesichts steigender Nachfrage Kriterien für die Auswahl entwickeln. Es bedarf gar keiner politischen Einflußnahme, damit hier ein Faktor große Bedeutung gewinnt: die Transparenz und Überprüfbarkeit von Angaben, beide ihrerseits bedeutsam dafür, daß der Antragsteller nicht mehr bekommt, als er wirklich gerade für das Projekt braucht.

Der Wettbewerb der Antragsteller droht ohnehin eher die Qualität der Verpackungen zu fördern als die der Inhalte. So entsteht die oft und zu Recht beklagte "Tonnenideologie"; bei allen Merkwürdigkeiten mancher Förderentscheidung im Kern eine nachvollziehbare Schutzmaßnahme der Förderer. So entsteht aber auch, und das sei im folgenden für die Rechtswissenschaft als eine vielleicht typische Geistes- und Sozialwissenschaft ausgeführt, eine Situation, in der überhaupt nur noch Doktoranden ihre Kenntnisse erweitern und vernetzen können, wohingegen jeder weitere Schritt auf der akademischen Karriereleiter zu einer Verengung des Horizontes führen kann.

Wo nur nachweisbar Projektorientiertes finanziert wird, geht der Zusammenhang verloren, denn für diesen fühlt sich niemand zuständig. Die Weite des Blickes, die dem Anfänger vermittelt werden soll (dies der sinnvolle Grundgedanke hinter der in mancher Hinsicht fragwürdigen "strukturierten Promotion"), geht dem Fortgeschrittenen institutionell verloren; um so mehr, je weiter die staatliche Grundfinanzierung zurückgenommen wird und je mehr administrative und Prüfungsbelastungen ansteigen.

Lesen als typische Professorentätigkeit

Wer niemandem Rechenschaft über die Verwendung seiner zeitlichen und ökonomischen Ressourcen ablegen muß, kann Zeit und Geld in Dinge investieren, die ihm keine Fördereinrichtung je bezahlen würde. Nehmen wir das Lesen als eine nach konservativer Ansicht typische Professorentätigkeit: Er kann Neuerscheinungen aus benachbarten Fächern lesen, er kann neue Lehrbücher zum eigenen Fach studieren oder alte Standardwerke wiederlesen, er kann Dissertationen und Seminararbeiten gründlich lesen, er kann eigene Manuskripte mehrfach lesen und überarbeiten.

Hat man gelesen, kann man auch diskutieren. Vielleicht könnte man sogar einmal ein Buch übersetzen, für den Übersetzer selbst sprachlich und inhaltlich ein vorzügliches Exerzitium, für die wissenschaftliche Öffentlichkeit ein nützliches Werk. Das alles ist ökonomisch vor der Hand wertlos, aber schafft Assoziation, Kritik, neue Kombinationen, Kontraste und Thesen."

...

Weiter unter: http://www.academics.de/portal/action/magazine?nav=11061

Aus dem Urlaub zurück...

Watt und Meer

viel Watt, viel Meer

Donnerstag, 10. August 2006

Absloventenfeier Dipl.-Päd. 2006

Hier unser Jahrgang 2006
(sofern sie beim Phototermin dabei waren):

Jahrgang-2006-Phototermin-der-Absolventenfeier

Mehr Photos sind hier "rechts unten" bei "flickr" zu finden -
und auch auf der Homepage der Fachschaft Pädagogik (unter der Rubrik "Events").

Donnerstag, 3. August 2006

Literatur zur Einführung in die EB/WB

Auf mehrfachen Wunsch hier eine Auswahl von Einführungswerken in die EB/WB:

Rolf Arnold:
Erwachsenenbildung. Eine Einführung in Grundlagen, Probleme und Perspektiven.
Schneider Verlag, Baltmannsweiler 1996

Peter Faulstich/Christine Zeuner:
Erwachsenenbildung. Eine handlungsorientierte Einführung in Theorie, Didaktik und Adressaten.
Juventa Verlag, Weinheim 1999

Hermann J. Forneck/Daniel Wrana:
Ein parzelliertes Feld. Eine Einführung in die Erwachsenenbildung.
WBV, Bielefeld 2005

Jochen Kade/Dieter Nittel/Wolfgang Seitter:
Einführung in die Erwachsenenbildung / Weiterbildung.
Kohlhammer, Stuttgart 1999

Ekkehard Nuissl:
Einführung in die Weiterbildung. Zugänge, Probleme und Handlungsfelder.
Luchterhand, Neuwied 2000

Johannes Weinberg:
Einführung in das Studium der Erwachsenenbildung.
Klinkhardt, Bad Heilbrunn 2000

Jan Weisser:
Einführung in die Weiterbildung.
Beltz, Weinheim/Basel 2002

Jürgen Wittpoth:
Einführung in die Erwachsenenbildung.
UTB/Leske + Budrich, Opladen 2003

SOWIE - grundlegend und umfassend:

Rudolph Tippelt (Hg.):
Handbuch Erwachsenenbildung/Weiterbildung
Leske + Budrich, Opladen 1999

Mittwoch, 19. Juli 2006

Leipzig-Dokumentation liegt jetzt vor

Liebe "LeipzigerInnen",
die DokumentationsCD unserer Exkursion kann nun bei mir im Büro abgeholt werden - Sergej sei Dank!

Donnerstag, 13. Juli 2006

Von der Messbarkeit der Bildung...

Vorsicht Satire!

Aktuelle Berichterstattung von der Bildungsbörse
gibt es hier (bald wieder) zu hören.
Die ursprüngliche Version wird zur Zeit überarbeitet.

Dienstag, 4. Juli 2006

Lebenslanges Lernen - Ein Audiobeitrag von unserer Podcastgruppe

Lebenslanges Lernen – Lebenslänglich Lernen

Einige Gedanken zum "lebenslangen-lebenslänglichen Lernen".
Nicht immer ganz ernst gemeint - ist der Beitrag der Versuch, die zwei Seiten der drei “L´s” zu beleuchten.

Ein Beitrag von Monika und Steffen Strohbach.

Zu hören unter:
http://www.uni-koblenz.de/~bid/bidcast/audio/BiD-2006-07-03-70421.mp3

Donnerstag, 29. Juni 2006

Bücher aus dem eigenen Hause

Buchvitrine IfP

Wer sich über die Bücher informieren will, die von Mitgliedern des Instituts für Pädagogik veröffentlicht wurden, kann dies seit einer Weile auch über die Vitrine bei uns auf dem Flur (vor E 213) tun.

Mittwoch, 21. Juni 2006

Symposium "Europäische Perspektiven"

am Mittwoch, 28. Juni 2006
veranstaltet vom Institut für Pädagogik,
Prof. Dr. E. de Sotelo

8:00 – 10:00 Uhr, Ort: E 114
Geschlechtergerechte Schulen –
Eine kritische Analyse von Schule als Spiegel von und Wegbereiterin für eine Demokratie der Geschlechter

Bärbel Peschl, Vorsitzende FrauenUndSchule Hessen e. V.
(mit Gesprächsgruppen zum Thema)

12:00 Uhr – 13:00 Uhr, Ort: E 112
Project applications at EU – a field report
Viviana Munguia, Donau-Universität Krems

13:00 – 14:00 Uhr, Ort: E 112
Genderforschung in Spanien:
Zum Thema der Familienbeziehungen zwischen
Großmüttern, Großvätern, Enkelinnen und Enkeln

Prof. Dr. Rita Radl-Philipp, Universität Santiago de Compostela

14:00 – 16:00 Uhr, Ort: E 112
Informationsveranstaltung zum Auslandsstudium
Prof. Dr. Elisabeth de Sotelo, Dr. Susanne Lang,
Universität Koblenz-Landau

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

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